Amerikanische Linke, europäische Linke - derselbe Kampf?

Warum heute noch von einer Linken sprechen?

8 Seiten | Autor: Dick Howard

Der Markt, das Kapital, das freie Unternehmertum scheinen triumphiert zu haben, und wenn es eine Opposition gibt, geht sie eher von Atavismen wie dem Nationalismus oder der fundamentalistischen Religion aus, denn von einer Linken, deren bestimmendes Merkmal stets der Glaube an eine lichte Zukunft, einen notwendigen Fortschritt, wenn nicht eine voluntaristische Utopie gewesen ist. Der Untergang des sogenannten "real existierenden" Sozialismus scheint unwiderruflich zu sein. Konnte man sich früher sagen, daß die Theorie (oder die Hoffnung, die zu verkörpern ihr auferlegt war) gültig blieb, auch wenn die Praxis nicht mit ihr übereinstimmte, oder daß die Führer versagt hatten oder daß die Bedingungen noch nicht reif waren und daß man doch den imperialistischen Feind anklagen mußte, weil er eine ursprünglich gute Revolution gezwungen hatte, einen defensiven und verlustreichen Weg zu gehen, so sind diese Ausflüchte seit 1989 sinnlos geworden.

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Erschienen in
Berliner Debatte 6 | 1992
Postsowjetische Reflektionen
122 Seiten

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